Das Hauptziel unseres Projekts ist die Popularisierung zeitgenössischer Kunst im Internet und die Integration der ukrainischen Gegenwartskultur in die europäischen Kulturen online. Insbesondere die Präsentation junger Künstlerinnen und Künstler.
- Julia, Sie sind Autorin und Kuratorin des Online-Projekts Codeky.art erzählen Sie uns ein wenig über sich, was das Projekt Codeky ist und welche Ziele es verfolgt?
- Ich arbeite seit 2000 im Kulturbereich. Angefangen habe ich mit Architektur und Design – ich hatte ein eigenes Atelier. Das Projekt Codeky wurde bereits 2016 gegründet. Anfangs war es eine Kunst-Location für junge ukrainische Künstler und Kunstliebhaber. Studierende und junge Künstler waren immer unser Hauptpublikum, denn gerade junge Menschen sind am technikaffinsten und offen für alles Neue.
- Sie waren in der Ukraine unter den Ersten, die im Kunstbereich online tätig wurden. Was hat Sie dazu bewogen?
- Als wir mit der Arbeit am Projekt begannen, hörte ich von ukrainischen Künstlern oft, dass online in der Kunst nicht funktionieren werde, man brauche persönliche Begegnungen, Ausstellungen und Biennalen. Aber die Kunstmärkte der ganzen Welt sind schon vor vielen Jahren zu Online-Präsentationen und Online-Handel übergegangen, und ja, wir wurden in der Ukraine die erste Online-Plattform. Heute gehören wir zu denen, die nicht nur hohe Kunst präsentieren, sondern auch Wohndekor und Objekte für die Inneneinrichtung. Unser Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, sie für Ästhetik zu begeistern und die Gesellschaft an Schönheit heranzuführen.
- Sie haben einen studentischen Open Call (Wettbewerb) ins Leben gerufen. Welche Bedingungen gibt es und wie wird er online durchgeführt?
Der Wettbewerb findet einmal im Jahr statt, der erste Wettbewerb auf unserer Plattform startet 2027. Er wird in vier Kategorien ausgetragen und gibt Studierenden verschiedener Fachrichtungen die Möglichkeit, ihre kreativen Arbeiten im Wettbewerb zu präsentieren und darüber hinaus weitere, nicht am Wettbewerb teilnehmende Arbeiten zu besonderen Konditionen auf der Plattform zu verkaufen. Außerdem erwarten die Gewinner Sonderpreise der Plattform und von Mäzenen, die Möglichkeit, einen Artikel auf unserer Plattform zu veröffentlichen, sowie ein kostenloses Werbepaket zur Bewerbung und Präsentation des Siegerwerks im Internet.
Unser Projekt investiert sehr große Mittel in die Entwicklung der Plattform, und wir verfügen über weitreichende internationale Kontakte und Möglichkeiten. Meine Projektpartnerin Yana Dubinina, Künstlerin, talentierte Malerin und Galeristin, die schon lange auf dem europäischen Markt tätig ist, hatte eine eigene Kunstgalerie in der Slowakei, hat jetzt ein Kunststudio in der Schweiz und enge Verbindungen zu europäischen Partnern auf dem Kunstmarkt. Wir haben lange davon geträumt, einen Wettbewerb für junge Talente ins Leben zu rufen, und außerdem nimmt unsere Plattform alle auf, die ihr Schaffen präsentieren möchten.
- Sie geben also Menschen, die sich künstlerisch entwickeln wollen, eine solche Chance, nicht nur Profis?
- Jeder kann versuchen, sein Schaffen und sich selbst als Autor von Werken und Konzepten zu präsentieren. Die größten Chancen, gehört zu werden, haben aber natürlich Profis! Die Welt hat sich in letzter Zeit stark verändert: Die Menschen interessieren sich für die Konzepte und die Weltanschauung der Künstler, nicht nur für ein meisterhaft geschaffenes Kunstwerk. Das Wichtigste in der Kunst ist die Botschaft, die der Autor und sein Werk vermitteln. Gerade die jungen Studierenden, die heute im Kunstbereich am Anfang stehen, werden künftig neue Tendenzen in der Ästhetik prägen, die Schönheit unserer Welt hervorheben und neue Trends in der Schönheit schaffen.
